Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld (EG 83,1-2+6)

Nachricht 31. März 2021

Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder;
es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder;
es geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Würgebank,
entsaget allen Freuden,
es nimmet an Schmach, Hohn und Spott,
Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod
und spricht: »Ich will’s gern leiden.«

Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen;
den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen:
»Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder,
die ich ausgetan zur Straf und Zornesruten;
die Straf ist schwer, der Zorn ist groß,
du kannst und sollst sie machen los
durch Sterben und durch Bluten.«

Das soll und will ich mir zunutz zu allen Zeiten machen;
im Streite soll es sein mein Schutz, in Traurigkeit mein Lachen,
in Fröhlichkeit mein Saitenspiel; und wenn mir nichts mehr schmecken will,
soll mich dies Manna speisen;
im Durst soll's sein mein Wasserquell,
in Einsamkeit mein Sprachgesell
zu Haus und auch auf Reisen.

Nina Schulze, Gesang; Teruyo Takada, Querflöte; Hiroko Tsutsui-Fitschen, Orgel