Spiritueller Morgenspaziergang

Nachricht 04. April 2021
Sonnenaufgang

Oster-Schritte - Ein Erlebnis vom Dunkel ins Licht

Worum es geht

Es ist ein Spaziergang, um das Licht am Ostermorgen zu erleben.
Ein Spaziergang mit Zeiten der Stille, zum Lesen, zum Sehen, zum Riechen. Für die Musik sind ein Smartphone und eine Internetverbindung nötig.
Es ist ein richtiger Spaziergang, draußen am frühen Morgen auf den Spuren der Osterbotschaft. Probieren Sie es mal aus.
 

Zur Vorbereitung

Sie erleben den Ostermorgen irgendwo in der Natur, den Übergang von der Dunkelheit zum Licht, das Erwachen der Schöpfung, den Gesang der Vögel verwoben mit dem Ostergesang.

Der Sonnenaufgang in der Osternacht ist in Schneverdingen um 6:47 Uhr. Es empfiehlt sich, schon früher auf den Beinen zu sein. Wer bereits um 5:30 Uhr oder 6:00 Uhr draußen ist, wird intensiv erleben können, wie das Licht den neuen Tag erleuchtet.

Mit diesem Ablauf kann sich jede und jeder allein, zu zweit oder mit der Familie auf den Weg machen. Überlegen Sie sich einen kurzen Weg, den Sie gehen: Mit Texten, Gebeten, Gedankenimpulsen, Schweigezeiten, vielleicht mit Musik zum Hören oder Mitsingen. Lesen Sie die Texte laut oder leise, allein oder im Wechsel.

Nehmen Sie einen Stein mit oder suchen Sie ihn unterwegs.

 

Im Park, im Garten, in der Heide ……. an Deinem Startpunkt.

(vor dem Losgehen zu lesen)

Werde einen Moment still. Nimm den Boden wahr, der Dich trägt.
Atme bewusst die Luft, die Dir Leben schenkt.


Ich bin da. Gott ist da.
Andere sind auch unterwegs an diesem Morgen. Wir sind in Gedanken verbunden.

Die Nacht ist bald vorbei. Es dämmert schon.
Noch sind die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages nicht zu sehen. Ich ahne den Morgen.
Ich ahne schon, dass die Finsternis nicht das letzte Wort behält.
Um mich herum erwacht die Schöpfung.


Schließe einen Moment die Augen und lausche den Geräuschen.

Mache Dich nun auf den Weg; schweigend mit eigenen Gedanken. Was bewegt Dich?

 

1. Station - Wenn die Zeit da ist, finde einen Platz, der Ruhe schenkt. Bleibe stehen oder vielleicht siehst Du auch eine Bank, auf die Du Dich setzen kannst. Nimm die Umgebung wahr.

Eben noch lag die Nacht wie eine Decke auf allem und hatte alles mit ihrer Dunkelheit eingehüllt.
So wie in der Geschichte, die zum Karfreitag gehört.

Wir erinnern uns:

Am Mittag wurde es plötzlich im ganzen Land dunkel. Diese Finsternis dauerte drei Stunden. Gegen drei Uhr rief Jesus laut: »Eli, Eli, lama asabtani?« Das heißt übersetzt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« Einige von den Umstehenden aber meinten: »Hört doch! Er ruft den Propheten Elia.« Einer von ihnen holte schnell einen Schwamm, tauchte ihn in Essigwasser und steckte ihn auf einen Stab, um Jesus davon trinken zu lassen. »Wir wollen doch sehen, ob Elia kommt und ihn herunterholt!«, sagte er. Aber Jesus schrie laut auf und starb. Im selben Augenblick zerriss im Tempel der Vorhang vor dem Allerheiligsten von oben bis unten. Der römische Hauptmann, der gegenüber vom Kreuz stand, hatte mit angesehen, wie Jesus starb, und rief: »Dieser Mann ist wirklich Gottes Sohn gewesen!« (Markus 15, 33-39)

 

Gehe mit einem Impuls weiter, wenn für Dich der richtige Moment ist:

Wo gibt es in meinem Leben Finsternis. Wo ist es in mir wüst und leer? Wann habe ich, wann hätte ich gern geschrien: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?


Mache nach einiger Zeit eine Pause zum Musik hören und beten:

Aus Taize: Nada de turbe – Lass Dich nicht erschrecken
www.youtube.com/watch?v=7YKEfplzxy0


Gebet:

Guter Gott, ich sehne mich nach Licht, nach Begegnung, nach Nähe.
Ich sehne mich danach, dass deine Lebenskraft stärker ist als alles, was das Leben bedroht!

Komm mit deiner österlichen Kraft in unsere Welt! Komm und mach sie neu! Lass das Leben neu erwachen! Lass den Glauben wachsen! Lass die Hoffnung blühen. Amen

Mache Dich wieder auf den Weg und suche unterwegs einen Stein oder nimm Deinen Stein zur Hand.

 

2. Station - für einen kurzen Text im Stehen:

Als der Sabbat vorbei war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus, und Salome duftende Öle. Sie wollten bei Jesus die Totensalbung vornehmen. Und sie gingen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Unterwegs fragten sie sich voll Sorgen: »Wer kann uns den Stein vom Grabeingang wegrollen?« (Markus 16, 1-3)
 

Gehe weiter und trag Deinen Stein ein Stück mit Dir. Spüre sein Gewicht, seine Kühle.

Wie fühlst Du Dich gerade? Was macht Dich traurig und beschwert Dich? Was macht Dir Sorgen?
Bitte Gott Dir Deine Last abzunehmen.

Lege den Stein bewusst irgendwo ab oder wirf ihn weg.        

 

Mach eine Pause zum Musik hören.

Musik: In der Mitte der Nacht
www.youtube.com/watch?v=bzxOCJ4ku6g

 

Wer weiß, was die drei Frauen bewogen hat loszugehen, obwohl das alles so ein hoffnungsloses Unterfangen ist. Wie auch immer: Wie gut, dass sie losgegangen sind! Wie gut, dass sie nicht erst gewartet haben, bis alle offenen Fragen geklärt sind. Wie gut, dass sie offenbar darauf vertraut haben, dass sich manche Lösung erst auf dem Weg ergibt, wenn man schon unterwegs ist.


Schaue Dich um. Schaue bewusst, wie hell es schon geworden ist.

Genieße das aufgehende Licht und gehe zur nächsten Station.

 

3. Station - Suche Dir einen Platz zum Rasten – eine Bank, einen Baum, einen Aussichtspunkt:

Doch als die Frauen zum Grab aufblickten, sahen sie, dass der große, schwere Stein schon weggerollt war. Sie gingen in die Grabkammer hinein. Dort sahen sie einen jungen Mann auf der rechten Seite sitzen, der ein weißes Gewand trug. Die Frauen erschraken sehr.

Aber er sagte zu ihnen: »Ihr braucht nicht zu erschrecken. Ihr sucht Jesus aus Nazareth, der gekreuzigt worden ist. Gott hat ihn vom Tod auferweckt, er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten. (Markus 16, 4-6)

Musik: Christ ist erstanden
www.youtube.com/watch?v=WDQIIXM_oxQ

 

Warte, bis der Himmel hell ist. Vielleicht kannst Du die Sonne sehen, vielleicht kannst Du sie nur hinter den Wolken ahnen.

 

Mache Dich auf Deinen Weg und gehe weiter mit der Osterbotschaft im Herzen.

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

 

Wenn ihr zu zweit seid, sagt diese Botschaft zueinander.

Wer allein geht, sage die Sätze in den Wind.
Höre die Antwort von uns anderen, die wir diese Sätze an anderen Orten auch sagen.

 

4. Station - Wenn die Zeit da ist, finde einen Ort zum Stehenbleiben. Lies, wie Markus die Ostergeschichte weitererzählt.

Macht euch auf! Sagt es seinen Jüngern und besonders Petrus: Jesus geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.«

Da flohen die Frauen aus dem Grab und liefen davon. Sie zitterten vor Angst und sagten niemandem etwas, so sehr fürchteten sie sich. (Markus 16, 7-8)

 

Musik: Wir stehen im Morgen
www.youtube.com/watch?v=9zL6_Cn6ocY

Wir stehen im Morgen. Aus Gott ein Schein durchblitzt alle Gräber.
Es bricht ein Stein. Erstanden ist Christus. Ein Tanz setzt ein.

Halleluja – es bricht ein Stein. Halleluja - ein Tanz setzt ein.


Ein Tanz, der um Erde und Sonne kreist:
Der Reigen des Christus, voll Kraft und Geist.
Ein Tanz, der uns alle dem Tod entreißt.

Halleluja – es bricht ein Stein. Halleluja - ein Tanz setzt ein.


An Ostern, o Tod, war das Weltgericht.
Wir lachen dir frei in dein Angstgesicht.
Wir lachen dich an – du bedrohst uns nicht.

Halleluja – es bricht ein Stein. Halleluja - ein Tanz setzt ein.


Wir folgen dem Christus, der mit uns zieht,
stehn auf, wo der Tod und sein Werk geschieht,
im Aufstand erklingt unser Osterlied.

Halleluja – es bricht ein Stein. Halleluja - ein Tanz setzt ein.

Am Ende durchziehn wir, von Angst befreit,
die düstere Pforte, zum Tanz bereit.
Du selbst gibst uns, Christus, das Festgeleit.

Halleluja – es bricht ein Stein. Halleluja - ein Tanz setzt ein.

 

Mache Dich auf den Weg zur letzten Station.

Lege die Osterfreude in Deine Schritte, geh leicht, geh befreit – wie tanzend.

Suche etwas, was Du als Erinnerung nach Hause mitnehmen möchtest oder mache ein Foto.
Du kannst es im WhatsApp-Status mit anderen teilen.

 

5. Station - Wähle einen Ort, an dem Du beten möchtest. Bete mit eigenen Worten
oder lies das Gebet, dass hier steht:

Gütiger Gott, wir danken dir, dass du uns Steine wegrollst!

Wir danken dir, dass du uns Engel schickst, die sagen: „Du brauchst dich nicht erschrecken!“

Wir danken dir, dass du deinen Sohn auferweckt hast!

Wir danken dir, dass du auch uns immer wieder aufforderst, aufzustehen zum Leben, deiner Güte zu vertrauen und Kraft zu schöpfen!

Dank für jedes Ostern, das wir erleben!

Dank für die Menschen, die das mit uns teilen!

Dank für die Menschen, die es weitersagen!

Halleluja!


Alles, was uns in dieser Stunde bewegt, mag aufgehoben sein in Jesu Gebet:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Wir wollen alle fröhlich sein
www.youtube.com/watch?v=1ULTMRDFOLE

 

Segen

Öffne Deine Hände. Atme ein. Atme aus. Spür, dass Du da bist. Spür, dass die anderen da sind. Verbunden. Miteinander. Mit Gott. Im Glauben. Einatmen. Ausatmen.

 

Sprich leise: „Gott spricht: Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein.“

Wiederhole es mehrfach und vielleicht magst Du dabei immer lauter werden.
Werde still. Atme ein. Atme aus.

Musik: Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen
www.youtube.com/watch?v=g1qveYuOV_s

 

Im Anschluss an den Spaziergang eine Idee aus dem Michaeliskloster:

KAFFEE MIT GOTT

Stell Dir vor: der nächste Kaffee, den Du trinkst, ist ein Kaffee mit Gott...
Wie sieht Dein „Kaffee mit Gott“ heute an Ostern aus?
To go - oder mit Ruhe und mit Genuss?
Mit Milch und/oder Zucker?
Was gehört zu Deiner Zeit mit Gott?

 

Kirchengemeinde Peter und Paul in Schneverdingen, Ostern 2021 – mit Ideen vom Kirchenkreis Ostholstein und aus dem Michaeliskloster

Osterkerze